Ursula Nuber: Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Paartherapie oder eine Einzelberatung?

Die Dauer der Beratung richtet sich nach Art des Problems und dem Ziel, das Sie erreichen wollen. Manchmal genügen schon wenige Stunden als Impuls aus, manchmal aber ist es sinnvoll, sich selbst und dem Veränderungsprozess ausreichend Zeit einzuräumen. Was mache ich, wenn mein Partner/meine Partnerin nicht zur Paartherapie mitkommen will?

Natürlich ist es wünschenswert, dass beide Partner motiviert sind, ihre Probleme gemeinsam zu lösen. Aber das ist nicht immer der Fall. Deshalb kann es auch sinnvoll sein, wenn sich nur ein Partner beraten lässt.

Wann ist eine psychologische Beratung sinnvoll?

Eine psychologische Beratung ist dann sinnvoll, wenn Sie ein klar umrissenes Problem haben, das Sie möglichst kurzfristig in den Griff bekommen wollen.

Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie selbstsicherer werden wollen, eine wichtige Entscheidung treffen müssen, nach neuer Orientierung in Ihrem Leben suchen, einen Schicksalsschlag bewältigen müssen, ihre Ängste loswerden wollen oder vor einer beruflichen Herausforderung stehen.

Wenn Sie dagegen ein schwerwiegendes psychisches Problem oder eine psychische Krankheit haben (chronische Depressionen, Drogenabhängigkeit), schon lange unter psychosomatischen Beschwerden leiden oder vermuten, dass für Ihre gegenwärtigen Schwierigkeiten Ihre früheren Erfahrungen verantwortlich sind, kann eine Psychotherapie hilfreicher sein.

Warum bezahlen die Krankenkassen nicht für psychologische Beratung und Paartherapie?

Das Psychotherapeutengesetz aus dem Jahr 1999 regelt, welche Therapieformen von den Krankenkassen bezahlt werden. Zugelassen sind bislang nur die Verhaltenstherapie, die Psychoanalyse und tiefenpsychologisch orientierte Verfahren. Die Kosten für alle anderen Therapieverfahren sowie Paartherapie und psychologische Beratung werden nicht erstattet. Was versteht man unter systemischer Psychotherapie?

Die systemische Therapie sieht Probleme und Symptome nicht als Pathologie („Krankheit“) eines Individuums, sondern als Rollendefinition und Rollenfestschreibung durch ein soziales System (Familie, Paar, Gruppe, Team etc.). Deshalb ist nicht der isolierte Mensch das Objekt der Betrachtung, sondern das ganze System, in dem er sich bewegt (zum Beispiel die Familie, das Arbeitsteam).

Im systemischen Ansatz geht man davon aus, dass verschiedene Wirklichkeiten existieren und es nicht nur eine „richtige“ Wirklichkeit gibt. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Muster, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens im Rahmen seiner Wirklichkeit entwickelt, und die Auswirkungen, die diese individuellen Anschauungsweisen auf die bestehenden sozialen Beziehungen eines Systems haben – und umgekehrt –, werden wechselweise betrachtet.

Die systemische Therapie ist eher lösungs-, als problemorientiert. Sie geht davon aus, dass die Problemgeschichte für die Entwicklung geeigneter Lösungen oft wenig relevant ist.

Die Ziele der Therapie werden von dem Klienten/der Klientin und der Therapeutin in der ersten Stunde gemeinsam festgelegt. Die Ziele können sich allerdings im Laufe der Therapie ändern und werden immer wieder gemeinsam überprüft.

Grundsätzliches Ziel der systemischen Therapie ist, die Autonomie und den Selbstwert jeder einzelnen Person zu stärken, die Kommunikation und den Austausch zwischen Paaren oder Familienmitgliedern zu verbessern und schädigende Beziehungsmuster zu verändern.

Psychische und psychosomatische Problemen und Störungen aller Art werden von systemischen Therapeuten behandelt. Sehr effektiv ist die Methode auch zur Lösung von Generations-, Ablösungs-, Entscheidungs-, Trennungs- und anderen Problemen und Konflikten.

Was versteht man unter Coaching?

Der Begriff Coach wurde zunächst nur im Sport verwendet. Inzwischen aber hat er sich auch im Wirtschaftsleben etabliert. Coaching ist ein Beratungsprozess, der berufliche und private Inhalte umfassen kann und zeitlich begrenzt ist.

Coaching richtete sich ursprünglich an Führungskräfte, wird heute aber für alle beruflichen Belange von leitenden Verantwortlichen und Mitarbeitern jeder Ebene eingesetzt. Fragen des beruflichen Umfeldes stehen im Mittelpunkt der Beratung. Dennoch bleibt Privates nicht außen vor. Woran erkenne ich die Qualität einer Therapeutin (eines Therapeuten)?

Ehe Sie sich auf einen Beratungs- oder Therapieprozess einlassen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Ausbildung hat die Beraterin?
  • Hat sie noch andere als nur therapeutisch-beraterische Berufserfahrungen?
  • Ist mir die Beraterin sympathisch?
  • Würde ich ihr unter normalen Umständen mein Herz ausschütten?
  • Fühle ich mich verstanden?
  • Wirkt sie auf mich vertrauensvoll?
  • Welche Lebenserfahrung hat sie?
  • Ist die Beraterin zu Selbstkritik fähig?
Wann sollte ich eine Beratung oder Therapie abbrechen?

Unprofessionell verhält sich eine Therapeutin (ein Therapeut), wenn

  • sie von sich selbst und ihren Erfahrungen redet
  • sie Ihnen klare Ratschläge gibt, was Sie tun oder lassen sollen
  • sich Ihre Situation dauerhaft verschlechtert (eine anfängliche oder phasenweise Verschlechterung ist ein normaler Vorgang im Rahmen eines Therapieprozesses)
  • sie Grenzen überschreitet (dazu gehören körperliche Berührungen oder sexuelle Annäherung)
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